Samstag, 2. April 2011

Zehn Sekundärtugenden des Anwalts



Kein Stargehabe und keine Kumpanei, dafür ehrliche Arbeit und Courage - und Vorsicht, mühsam aufgebaute Reputation kann so schnell verloren gehen. Der erfolgreiche Rechtsanwalt Dolf Weber bündelt seine Erfahrungen und Überzeugungen in zehn Leitsätzen: Post an den Nachwuchs der Juristerei.

Dieser Brief soll jungen Juristen helfen zu verstehen, worauf es im Berufsleben als Rechtsanwalt wirklich ankommt; er soll helfen zu vermitteln, welche Erfahrungen, Überzeugungen und Werte mich geprägt haben. Dabei stammen meine Erfahrungen aus den letzten 40 Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Als Hilfestellung können am besten die für mich wichtigsten anwaltlichen "Sekundärtugenden" dienen, die ich in zehn Leitsätzen zusammengefasst habe:
I. Nur ein glaubwürdiger Rechtsanwalt hat Erfolg.
Aus der Glaubwürdigkeit leitet sich die Überzeugungskraft ab. Diese besteht nicht nur in der Stichhaltigkeit der juristischen Argumente, sondern auch in der persönlichen Glaubwürdigkeit des Rechtsanwalts. Deshalb muss jeder Rechtsanwalt frühzeitig lernen, nein sagen zu können.
Das gilt in vielfältigen Aspekten und fängt weit vor dem Verbot an, ein Mandat zu übernehmen, in dem ein unehrenhafter Standpunkt vertreten werden muss. Glaubwürdigkeit bezieht sich auch auf so triviale Dinge wie etwa, keine Fristzusagen zu machen, die man später nicht einhalten kann.
II. Die Reputation, die man in zehn Jahren aufbaut, kann man an einem einzigen Tag verlieren.
Der Aufbau einer Reputation als Rechtsanwalt dauert im überschaubaren, engeren Kreis fünf Jahre, auf nationaler Ebene - wenn man dies anstrebt - zehn Jahre. Ich habe die jungen Kollegen immer daran erinnert, dass alles, was in der Ausbildung noch befriedigend war, in der Praxis ungenügend sein kannEin schlecht recherchiertes Argument, auf dem eine Vertragsbestimmung, eine Klageschrift oder eine Klageerwiderung aufgebaut wird, kann ein ganzes Rechtsgebäude zum Einsturz bringen.
III. Für jede Gerichtsentscheidung ist die Rechtslage mit bis zu 50 Prozent, das Environment aber zu mindestens 50 Prozent verantwortlich.
Damit stelle ich keinem Richter ein schlechtes Zeugnis aus, ich weise nur darauf hin, dass jeder, der Entscheidungen zu fällen hat, sich morgens ohne Scham in sein eigenes Gesicht sehen möchte. Gerade dieser Leitsatz ist es, mit dem sich junge Juristen am schwersten tun. Die entscheidenden Verfahren aber haben Ermessensspielräume, die durch den guten Rechtsanwalt fair beeinflusst werden können.
Dies beginnt damit, dass man bei Mandanten auf ein angemessenes Verhalten vor dem Prozess und im Prozess drängt, und geht bis zum Einsetzen der persönlichen Überzeugungskraft und des persönlichen Standings des Rechtsanwalts bei Gericht.
IV. Ein guter Anwalt verdient mehr als er verdient.
Jeder Anwalt, der gut verdienen will und auch gut verdient, sollte Bescheidenheit und Augenmaß nicht verlieren. Natürlich ist die Triebfeder des Rechtsanwalts auch die Angst vorm Hungertuch und vorm Bettelstab. Ich hatte aber das Glück, schon als Referendar einem sehr angesehenen Richter zugeordnet zu sein, der mich lehrte: "Geld soll man nur da holen, wo welches ist, nicht dort, wo keines ist."
V. Keine Kumpanei - weder mit Kollegen noch mit Mandanten.
Der Umgangston in einer Sozietät kann freundschaftlich, ja herzlich sein, er sollte nicht in eine Kumpanei ausarten, weil ein Mindestmaß an "Etikette" dem Bestand jeder Freundschaft förderlich ist. Ähnliches gilt gegenüber Mandanten. Ein Spruch, den ich häufig jungen Kollegen ans Herz legte, lautet "Geschenke verderben die Zahlungsmoral". Ein Mandant, der sich "frère et cochon" mit seinem Anwalt macht, verfolgt damit meist ein Ziel: Honorare zu sparen.
VI. Ohne Fleiß kein Preis.
Es ist für einen Anwalt aberwitzig anzunehmen, er könne seine Arbeit "aus der Hüfte" oder "aus dem Ärmel" erledigen. Qualität kann nur bringen, wer die nötige Anstrengungsbereitschaft besitzt.
VII. Für die Wertschätzung der Arbeit des Rechtsanwalts ist die Qualität des Arbeitsergebnisses nur zu maximal 40 Prozent ausschlaggebend, wichtiger ist die Vermittlung von Kompetenz und Organisationsvermögen.
Dieser Leitsatz, der sich auf die eine oder andere Weise in vielen Handbüchern und Vorlesungen zum Dienstleistungsmarketing wiederfindet, ist in der Realität durch Umfragen erprobt. Wer sich diese Aussage nicht verinnerlicht, kann trotz hoher Qualität leicht im Mittelfeld landen und nicht die seiner Intelligenz und seinen Fähigkeiten entsprechende Anerkennung erfahren.
VIII. Schuster, bleib' bei deinen Leisten.
Reputation kann nur erwerben, wer Know-how auf einem oder mehreren Fachgebieten erwirbt und diesen Fachgebieten treu bleibt. Der Einzelkämpfer wird schnell unglaubwürdig, wenn er außerhalb seines Fachgebietes agiert.
IX. In einer Sozietät muss man Teamplayer sein, man hüte sich davor, "Star" sein zu wollen.
Für viele ist es erstrebenswert, als Einzelanwalt zu arbeiten. Das hat sicherlich seine Vorteile, wenn es jemandem stärker auf Freiheit und Individualität ankommt. Innerhalb einer Sozietät, und mag sie noch so klein sein, kann man sich und die Sozietät nur fördern, indem man Teamplayer ist. "Stars" in einer Sozietät scheinen höchstens (bedingt) nach außen; nach innen können sie Ansehen und Umsatz nicht mehren, weil sie es nicht verstehen, ihre Außenwirkung auch anderen Partnern und Mitarbeitern nützlich zu machen.
X. Think big!
Jeder Anwalt sollte sich vor kleinem Karo und Eckenkehren hüten und seinen Mandanten helfen, eben dieses zu vermeiden. Großzügigkeit im Umgang mit Kollegen und Mandanten zahlt sich vielfältig aus. Das Pendant zu einer derartigen Großzügigkeit ist Unängstlichkeit. Jede Scheu, etwas anzupacken, weil es vielleicht zu viel Anstrengungsbereitschaft erfordert, schadet der Zukunftsperspektive der eigenen Praxis und der Sozietät. Gelegenheiten, die sich bieten, sollten unängstlich ergriffen werden und nicht aus Scheu vor etwas Neuem, Unerprobtem verstreichen.
Worauf kommt es wirklich an? Ich hoffe, dass vieles, was im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts gegolten hat und zum Erfolg beitragen konnte, Ihnen auch noch heute nützlich sein kann. Sicher ist schon heute, dass auch in Ihrem Anwaltsleben vier Grundgaben entscheidend sein werden: Intelligenz, Phantasie, Organisationstalent und Sozialkompetenz.

    Weisheit des Tages

    Geld soll man nur da holen, wo welches ist, nicht dort, wo keines ist. 

    Mittwoch, 23. März 2011

    Zitat des Tages

    Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.


    deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 - 1799)

    Freitag, 11. März 2011

    Kampf der Müdigkeit Schlaftipps für Schlaffis

    Schlaftipps für Schlaffis

    Die Hausarbeit wurde einfach nicht fertig, die Party war zu gut: Studenten machen immer wieder mal Nächte durch. Wie ungesund ist Schlafmangel wirklich, und ab welcher Dosis Schlummerentzug wird es kritisch? Schlafforscher-Hinweise für unausgeschlafene Uni-Besucher.




    http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,749923,00.html

    Mittwoch, 9. März 2011

    Ex-Daily Star reporter Richard Peppiatt on quitting and criticising the newspaper



    .....
    Mr Peppiatt resigned from the 'paper last week in protest at what he believes is their 'anti-Muslim hate-mongering'. He said he regularly made up quotes and sometimes entire stories for the newspaper.
    .......
    "I knew it wasn't very good journalism. However, it was my job," he tells Victoria Derbyshire.
    ......

    Sonntag, 6. März 2011

    Verlorene Helden Ein Insider-Bericht über das Minenunglück in Chile von Felicitas von Twickel

    Die Welt staunte nicht schlecht, als man im Herbst vergangenen Jahres den 33 verschütteten chilenischen Kumpeln 700 Meter unter der Erde Fußball im Fernsehen kredenzte. Bisher eher unbekannt ist, dass das gut gemeinte unterirdische Glotzen die Kommunikation der Bergleute nahezu zerstörte und eine funktionierende Arbeitsstruktur lahmlegte.




    " Im Rückblick sehen die Rettungskräfte das Fernsehen als ihren größten Fehler. Wäre es Radio gewesen, die Kumpeln hätten sich gesellschaftlich weiterhin nützlich machen können. So aber hingen einige nur noch vor dem Fernseher herum, worüber sich andere beschwerten. Einer wirklichen Eskalation kam dann die geglückte Rettungsaktion 

    Wenn Manager fliegen

    Gefeuert, telefonisch und mitten auf dem Flughafen: Der Roman "Die Kündigung" erzählt von einem Mann, der sich verzweifelt an ein Leben in der Business-Class klammert. Autor Hubertus Meyer-Burckhardt war selbst Manager und kennt Menschen, die ohne ihren Job völlig abstürzten.


    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,748173,00.html




    ....
    Meyer-Burckhardt: Ich habe eine ganze Weile meines beruflichen Lebens mit Männern zugebracht, die sich sehr stark über Leistung definieren. Da stellte sich mir irgendwann die Frage: Was bleibt von der Person ohne ihre Funktion? Die Frage wirkt auf stark leistungsorientierte Menschen so, als würde ihnen jemand das Geländer wegreißen. Dieses Phänomen gibt es aber nicht nur im Investmentbanking oder im Verlagswesen. Man kann es in allen Branchen beobachten.



    Meyer-Burckhardt: Ein Workaholic ist süchtig. Das bin ich nicht. Ich mache nur Dinge, die mir Spaß machen, weil ich nur darin gut bin. Aber genau das finde ich so spannend in unserer Gesellschaft. Mit nichts kann man Menschen so sehr verblüffen wie mit der Frage: Wäre es nicht zur Abwechslung eine gute Idee, wenn Du nur mal das machen würdest, was Du wirklich willst?
    SPIEGEL ONLINE : Das klingt gut, kann sich aber nicht jeder leisten.
    Meyer-Burckhardt: Genau das bekomme ich dann immer zu hören. "Du kannst es dir ja leisten." Einem Menschen zu empfehlen, er solle nur noch das machen, was er will, hat fast obszönen Charakter. Die Sorge der Deutschen vor jeglichem Risiko ist unverhältnismäßig groß. Und wozu sind wir denn auf der Welt? Um zumindest weitgehend eine Identität zu schaffen zwischen dem, was sie sich vorstellen und dem, was sie tun.

    Montag, 28. Februar 2011

    Europa profitiert vom Islam

    Die Umstürze in unserer Nachbarschaft werden Rückwirkungen auf die europäischen Gesellschaften haben. Auf längere Sicht entkrampft sich das Zusammenleben. Ein Kommentar von Thomas Hanke

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/europa-profitiert-vom-islam/3877212.html?p3877212=all

    Montag, 14. Februar 2011

    Weisheit des Tages

    Für den Kleiderschrank gilt die Faustregel »Was man ein Jahr lang nicht vermisst, kann getrost in die Tonne«. 

    Mittwoch, 9. Februar 2011

    Lob der Idiotie (Danke Razi für die Zusendung)


    Smartphones, DSL-Modems, Router - das ist alles noch viel zu kompliziert zu bedienen. Deshalb braucht der Fortschritt die Idioten: Sie meckern laut und zurecht über die Macken der Technik und doch kaufen sie die neuesten halbfertigen Produkte. Ohne Idioten keine Innovation - danke!
    Für das digitale Zeitalter hat Scott Adams mit der Cartoon-Serie Dilbert das wichtigste Werk der Bürosoziologie geschaffen. In einem Comicstrip von 1992 kauft die Hauptfigur das erste Videotelefon der Stadt und wartet auf irgendeinen zweiten Käufer, um es überhaupt benutzen zu können. Während Dilbert auf den leeren Bildschirm starrt, stellt sein scharfsinniger Hund Dogbert fest: "Das Faszinierende ist, dass Fortschritt ohne Leute wie dich nicht möglich wäre."
    Tatsächlich kann man den gesellschaftlichen Wert des Idioten zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht hoch genug einschätzen. Aber wie seine Kunst, die Idiotie, leidet auch der Idiot selbst unter einem ernsthaften Imageproblem. Zwei wesentliche Eigenschaften der weltweiten Idiotenschaft machen sie zu einem unverzichtbaren Motor des Fortschritts. Zum einen durch ihre Bereitschaft, wie Dilbert halbfertigen Quatsch zu kaufen; zum anderen durch die unermüdliche Aneinanderreihung von Dummheiten, die der Idiot Leben nennt.
    Angesichts der Geschwindigkeit, in der Technologieunternehmen heute neue Produkte entwickeln müssen, ist es ein Wunder, dass überhaupt irgendetwas funktioniert. Halbfertiges wird mit Undurchdachtem kombiniert, damit der voreilig von der Marketingabteilung verkündete Erstverkaufstag um nicht mehr als sechs Monate überschritten wird. Das so entstandene Unprodukt vermag bei näherer Betrachtung niemanden von sich zu überzeugen. Deshalb kommen als Kunden ausschließlich Leute in Frage, denen die nähere Betrachtung fremd ist: Idioten also.
    Grundeigenschaften des Idioten
    Das erste iPhone von 2007 bestand aus zusammenmontierten Fehleinschätzungen, Unzulänglichkeiten und Zumutungen. Das Basismodell musste mit vier Gigabyte Speicherplatz auskommen - weniger als der erste iPod von 2001. Das schon zwei Jahre zuvor selbstverständliche UMTS hatte Apple ignoriert, genau wie die MMS, eine Videofunktion und benutzbares Bluetooth. Nicht einmal eigene Klingeltöne ließen sich installieren. Die brillante, weltverändernde Idee des neuen Bedienungskonzepts war zu Beginn eingesperrt in einen Käfig aus veralteten Bauteilen. Trotz dieser offensichtlichen Mängel fanden sich in den ersten drei Monaten anderthalb Millionen Käufer, die so die Idee am Leben hielten. Auf den Schultern dieser Idioten ruht der Erfolg der inzwischen mit 320 Milliarden Dollar wertvollsten Technologiefirma der Welt, und nicht nur Apple ist von solchen vorschnellen, unvernünftigen, werbegläubigen, unsachverständigen Idiotenkunden abhängig.
    Die zweite idiotische Grundeigenschaft bildet den gesellschaftlichen Nutzen der Idioten. Es ist ihre unermüdliche, unbewusste Suche nach den jeweils dümmstmöglichen Handlungen. Ihre flache Verstandeskraft führt dazu, dass Idioten eine ständige Prüfung für die von ihnen benutzten Technologien darstellen. Fehlverwendungen, die ein Ingenieur nicht einmal unter LSD imaginieren könnte, gehen ihm ganz einfach nebenbei von der Hand, während er den leeren Akku in der Mikrowelle wieder aufladen will.
    Der Idiot als Maßstab für die Wirtschaft
    Besonders aktiv ist der Idiot im Internet, wo er per Kontaktformular nachfragt, wo das Kontaktformular ist und die Empörung über seinen langsamen Netzanschluss in die YouTube-Kommentare schreibt. Das Internet hat den Idioten einen Rückkanal gegeben, der ihre stumpfen Botschaften schneller und zahlreicher verbreitet als je zuvor. Ohne Rücksicht auf das eigene Ansehen oder die Grundregeln des digitalen Miteinander stürzen sie sich mit dem Mut der Ahnungslosen in jeden Kampf mit der Technik.
    Das Überraschende ist: Die Idioten haben recht. Die Maschinen, die Interfaces, die digitale Vernetzung insgesamt - das alles ist viel zu kompliziert. Die absurden Fehler der Idioten offenbaren nicht ihre eigenen Schwächen, sondern die der Technik. Das Internet, dessen Fürsprecher den Anspruch seiner Weltgeltung erheben, muss im Gegenzug zugänglich für die ganze Welt sein, also auch für Idioten.
    Das ewige Ziel der einfachstmöglichen Benutzbarkeit aller digitalen Dinge ist noch fern, denn die technologieformende Wirtschaft orientiert sich bisher zu wenig am Idioten. Marktforscher fahren nach Haßloch, weil es sich um die durchschnittlichste Stadt Deutschlands handeln soll. Die Werbeagentur Jung von Matt baute das "häufigste Wohnzimmer Deutschlands", um sich in den Normalverbraucher hineinzufühlen. Beide Konzepte gehen davon aus, dass der Durchschnittsmensch für den Markt am wichtigsten ist. Das ist falsch. Der Idiot muss der Maßstab für die Wirtschaft sein: "It's the stupid, economy!"
    Wer die famosen Idioten sind
    Idiotensicherheit ist die erste Tugend alles Digitalen. Der stete Strom idiotischer Handlungen schleift die Technologie der Welt glatt wie Flusskiesel und macht sie überhaupt erst benutzbar. Ohne den großartigen Evolutionsdruck des Idioten bestünde noch heute die reale Gefahr der Existenz von Siemens-Handys der Reihe Xelibri, einer der grauenvollsten Entwicklungen des beginnenden dritten Jahrtausends.
    Wer aber sind diese famosen Idioten, von denen hier die Rede ist? Es sind wir alle - in fast allen Bereichen. Die meisten von uns haben sich in minimalen Teilaspekten wie Volkswirtschaft, Literatur des 20. Jahrhunderts oder dem Ukulelespiel aus der Vollidiotie emporgearbeitet in die Fachidiotie. Aber mit nur minimal verschobenem Kontext bricht wieder unsere Idiotie durch und das Scheitern am Gerät wird zum Normalfall. Sogar diejenigen, die die Fahrkartenautomaten in Berlin programmiert haben, stehen vor den Fahrkartenautomaten in Mannheim oder Hamburg so ratlos wie alle anderen. Und der nobelpreisnominierte Hirnchirurg verhält sich im Cockpit eines nach 1990 gebauten Autos wie ein Idiot reinsten Wassers, Dr. Jekyll und Mr. Idiot.
    Die Idiotija hat allen Grund, stolz auf sich zu sein. Durch ihr Wirken sind Föne in der Badewanne nicht mehr ganz so tödlich, wird Methylalkohol mit ekelerregenden Substanzen untrinkbar gemacht, dauert es kaum mehr als vier Stunden, ein DSL-Modem einzurichten. Einige Leben und sehr viel Lebenszeit haben sie auf diese Weise dem Wohl der Gesellschaft geopfert. Danke, Idioten.
    Korrektur: In einer früheren Version dieser Kolumne war zu lesen, Xelibri-Handys von Siemens seien eine der grauenvollsten Entwicklungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Tatsächlich aber wurde diese Handyserie erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts eingeführt. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.